am anfang

Über Nina Boos

… war da ein leises Staunen über die Schönheit der Dinge — und der Wunsch, sie festzuhalten, zu bewahren und weiterzugeben.

Am Anfang


In einer Familie mit fünf Geschwistern lernte sie früh, ihren Platz zu finden — nicht laut, sondern beharrlich. Während um sie herum das Leben pulsierte, entwickelte sie einen wachen Blick für Formen, Stoffe und Farben. Ihre Hände suchten das Material, ihr Herz den Ausdruck.
Sie begann, Handpuppen zu fertigen, gab Stoffen Gestalt und Charakter, mit Geduld und Sorgfalt. Jedes Stück erzählte eine kleine Geschichte und trug ein Stück von ihr in sich. Ihr Umfeld wurde Teil dieses stillen Dialogs zwischen Idee und Form.

Ihr inneres Feuer


… und weil ihr inneres Feuer mehr Raum suchte, folgte sie einer weiteren Berufung: Die Ausbildung zur grafischen Zeichnerin öffnete neue Perspektiven, neue Techniken, neue Möglichkeiten des Sehens. Gestaltung wurde für sie zur Sprache — einer Sprache, mit der sie berührte, erinnerte und verband — Kreativität ist für sie kein Hobby, sondern Teil ihres Characters.


Diese Ausstellung lädt ein, diesen Weg nachzuvollziehen: vom ersten Impuls bis zur ausgereiften Form, von der leisen Freude am Schönen bis zur Haltung, die Gestaltung als Ausdruck von Leben versteht.

Vita

Ich bin Nina Boos, geboren 1959, lebe und arbeite in Oldenburg – und zeichne eigentlich schon, seit ich einen Stift halten kann. Kein Wunder: Mein Vater war Karikaturist, Zeichenpapier gehörte bei uns zur Grundausstattung und Comics entstanden bei mir schon in den 1960er-Jahren fast nebenbei.

Mein Weg in die Kunst war nicht schnurgerade, aber kreativ und abwechslungsreich. Nach einer Ausbildung zur Schauwerbegestalterin (Kunst will schließlich gut präsentiert sein) und zur Grafikdesignerin habe ich viele Jahre gestaltet, ausprobiert und experimentiert – mit Ton, Figuren und unterschiedlichsten Materialien. Die Malerei jedoch hat mich nie losgelassen und ist heute mein wichtigstes Ausdrucksmittel.

Ich arbeite vor allem mit Acryl auf Leinwand und Pastell auf Papier. Meine Bilder entstehen intuitiv, ohne feste Planung. Inspiration finde ich im Alltag, in zwischenmenschlichen Situationen, in kleinen absurden Momenten – und manchmal auch in Notizen, die überall in meinem Atelier herumliegen.
Mein Stil bewegt sich zwischen Comic und Abstraktion: humorvoll, farbenfroh und detailreich. Hinter der scheinbaren Leichtigkeit steckt viel Geduld und Präzision, besonders in den feinen Linien, die meinen Arbeiten Struktur und Tiefe geben.

Seit 2006 stelle ich regelmäßig aus, unter anderem in Oldenburg und Dangast. Meine Werke laden dazu ein, den Alltag mit einem Augenzwinkern zu betrachten – denn ein bisschen Humor macht die Welt bekanntlich bunter.

 „Um zu zeichnen, müssen Sie die Augen schließen und singen.“ Picasso